Varianten beim Schichtaufbau

Anwendungsgebiete der Zinklamellensysteme

Die am weitesten verbreitete Verarbeitung von Zinklamellensystemen findet sich in der Verarbeitung von Massenschüttgütern im Tauch-Schleuder-Prozess, z.B. Schrauben, Muttern, Klammern, Clips, Federn, Nieten, Nietmuttern, kleineren Stanz-Biege-Teilen, etc.

Die Ausführung mit Zinklamellenoberflächen für Gestellware wächst kontinuierlich. Dabei werden Bauteile auch mit komplexen Geometrien auf einem Gestell im Tauch-Schleuder- oder Spritzverfahren beschichtet. Der große Vorteil beim Gestell-Tauch-Schleudern besteht darin, dass Bauteile mit Hohlräumen, Hinterschneidungen oder Dopplerflächen prozesssicher komplett beschichtet werden können, bei einer sehr guten Oberflächengüte.

Zinc flake systems

Verschiedene Befestigungselemente mit Zinklamellenbeschichtung

Merkmale von Zinklamellenbeschichtungen

Die Beschichtung von Bauteilen mit besonderen Anforderungen, die partielle Beschichtung oder die Herstellung unterschiedlicher Schichtdicken auf einem Bauteil werden durch modernste, robotergestützte Lackieranlagen ermöglicht. Dabei werden z.B. Bauteile rotierend an robotergeführten Sprühköpfen präzise beschichtet. Beispiel: Bremsscheiben, komplette Radlager oder Komponenten von Elektroaggregaten aus dem e-Mobility-Sektor. Eine möglichst genaue Einhaltung der Schichtdicken in den jeweilig geforderten Bereichen ist mit minimalen Schwankungen prozesssicher abzubilden. So lassen sich auch zum Teil aufwendige Maskierungen vermeiden.

Zinklamellen-Systeme sind besonders attraktiv in der Verbund- und Mischbauweise und eine unerlässliche Oberfläche bei Leichtbaustrategien. Zum einen sind es die unterschiedlichsten Materialpaarungen, die eine große Herausforderung darstellen, um Kontaktkorrosion zu vermeiden. Zum anderen gibt es neue Stahllegierungen, die eine gewichtsreduzierende Bauteilauslegung z.B. im Fahrwerksbereich nur dann möglich machen, wenn ein sicherer aktiver Korrosionsschutz angewendet wird. Im Vergleich ist bei passiven Überzügen eine partielle Beschädigung durch Montage oder im Betrieb durch Steinschlag etc. unbedingt zu vermeiden, da unmittelbar Korrosion entsteht und das Bauteil massiv geschädigt wird.

Zusammenfassend sind die Merkmale von Zinklamellenbeschichtungen wie folgt:

  • Dünne Schichten, je nach Anforderung 7 – 25 µm
  • Keine Wasserstoffversprödung im Prozess
  • Geringstes Wasserstoff-Gefährdungspotential im Betrieb / unter korrosiver Belastung
  • Frei von Schwermetallen
  • Bester Korrosionsschutz für Leichtbaustrategien
  • Einsetzbar auf hochfesten Stählen
  • Sehr gute Fernschutzwirkung auch bei partieller Beschädigung
  • Prozesssichere Beschichtung von Hohlräumen und Dopplerflächen

Autor: Peter Messing, Global Key Account Manager Zinklamellensysteme Aalberts Surface Technologies GmbH, Kerpen.

Die Aalberts Surface Technologies GmbH ist Lizenzpartner der marktführenden Zinklamellenanbieter und an den weltweiten Standorten mit modernster Applikationstechnik vertreten.